Motorsport

WRC

Die World Rallye Championship – kurz WRC – ist die Rallye-Weltmeisterschaft der FIA. Die WRC wird international in derzeit 13 WM-Läufen ausgetragen. Das Renngeschehen zieht sich meist über insgesamt fünf Tage, sodass die Teams ganze Zeltstädte im jeweiligen Austragungsort aufbauen. In der Regel beginnt das Rennwochenende bereits am Donnerstag mit einer ersten Begehung der Strecken, geht freitags mit dem „Shake down“ – einem Probelauf – weiter und startet abends mit der ersten Etappe. Bis zum Sonntag werden dann mehrere Etappen mit einer gewerteten Strecke von über 300 km ausgetragen. Allerdings summiert sich zu den Wertungsprüfungen (WPs) auch die zurückgelegte Distanz auf den Verbindungsstrecken zwischen den einzelnen WPs. So kann die tatsächlich gefahrene Strecke locker auf das dreifache der eigentlichen Rennstrecke erhöhen. Trotz des immensen Aufwands für die nicht gezeiteten Fahrten herrscht ein strikter Zeitplan vor, der die minutiösen Ankunfts- und Abfahrtzeiten regelt.

Auch das Reglement für die Fahrzeuge ist sehr eng gehalten, sodass sich die teilnehmenden Teams meist auf wenige Markenfahrzeuge begrenzen. Derzeit sind es in erster Linie VW, Citroen, Ford, Mini und Hyundai, die bei den Weltmeisterschaftsläufen der WRC antreten. Denn die WRC Rennfahrzeuge sollen nicht nur an die Serienmodelle angelehnt sein, sondern müssen aufgrund der Verbindungsetappen auf normal befahrenen, öffentlichen Straßen auch die Auflagen für eine Straßenzulassung erfüllen. Die noch heute geltenden Regularien der WRC Klasse traten 1998 in Kraft, wobei im Jahr 2011 einige Anpassungen vorgenommen wurden, die die Homologation für neue Teams attraktiver machten. Ursprünglich geht die WRC Rallye auf die Rallye Monte Carlo zurück, die erstmals 1911 ausgetragen wurde. Über die Rallye-Europameisterschaft für Fahrer und die Internationale Meisterschaft der Marken entstand schließlich 1973 die Rallye-Weltmeisterschaft. Die „Gruppe B“ Ära war wohl die aufsehenerregendste Zeit in der Geschichte der Rallye-WM: Die damals recht locker gehandhabten Richtlinien führten dazu, dass die Fahrzeughersteller ihren Wetteifer vor allem beim Aufrüsten der Rennwagen auslebten. So wurden zum Teil Prototypen entwickelt, die auf Schotter in weniger als 2,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigten. Mit 400 bis 550 PS waren diese Fahrzeuge aber kaum noch von den Fahrern zu bändigen, sodass es vermehrt zu Unfällen kam. Einer der Wenigen, die hierzu im Stande waren, war Walter Röhrl: Der Deutsche sicherte sich sowohl 1980, als auch 1982 den Rallye-Weltmeistertitel.

Es folgte die „Gruppe A“ Ära, die von 1996 bis 1997 anhielt: Während das Reglement verschärft wurde, etablierten sich vor allem asiatische Marken mit Erfolg im Rallyesport. Ab 1998 gab es dann einen fließenden Übergang von der Gruppe A zur heute bekannten WRC Ära. Die erfolgreichste Marke ist seither Citroen mit acht Konstrukteurs-WM Titeln. Erfolgreichster Fahrerweltmeister ist Sebastian Loeb mit insgesamt neun Titeln.

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