Motorsport

Bentley

Der britische Automobilhersteller Bentley ist nach seinem Gründer Walter Owen Bentley benannt. W.O. Bentley war leidenschaftlicher Rennfahrer und modifizierte zunächst Wagen der französischen Marke DFP für den Motorsport. Aus dem kontinuierlichen Streben nach mehr Geschwindigkeit und Leistung begann Bentley schließlich, seine eigenen Fahrzeuge zu entwickeln. Als gelernter Flugzeug-Motorenbauer nutzte er hierfür sein Know-How aus der Luftfahrttechnik. Die ersten Bentley Sportwagen mit dem damals innovativen Aluminium-Kolben gehörten zu den leistungsfähigsten Rennwagen seiner Zeit. Schnell etablierte sich die Gruppe der „Bentley Boys“: Die gut betuchten britischen Motorsport-Liebhaber fuhren mit den Bentleys nicht nur aufsehenerregende Siege in Le Mans ein und verhalfen der Marke zu mehr Ansehen; sie finanzierten die Rennsportteilnahmen selbst und halfen der Firma teilweise auch finanziell aus der Misere.

Die Marke mit dem geflügelten B steht bis heute für luxuriöse Karosserien, ähnlich wie man es von Rolls Royce kennt. Und dies kommt nicht von Ungefähr: Das 1919 gegründete Unternehmen wurde konkursbedingt 1931 von der Rolls-Royce Ltd. übernommen. Viele der Bentley Modelle waren bereits zuvor an die Rolls Royce Karosserien angelehnt und häufig nur leicht modifiziert worden. Rolls-Royce wiederum strebte mit der Übernahme vor allem danach, das ursprüngliche Fahrzeugsortiment um sportliche Modelle zu erweitern. So kam es, dass parallel jeweils ein Bentley-Modell und ein Rolls-Royce Modell entwickelt wurden, wobei sich die Schwestermodelle über die Jahre hinweg immer weiter aneinander anglichen. Da Rolls-Royce aber nicht nur in diese beiden Fahrzeuglinien, sondern auch in die Produktion von Flugzeug-Triebwerken investierte, geriet das Unternehmen 1971 in Konkurs. Eine Verstaatlichung durch die britische Regierung rettete den Motorenhersteller bis zur Reprivatisierung 1987 durch die Vickers Ltd. vor dem Untergang. Zu diesem Zeitpunkt war das Unternehmen aber bereits in die Automobilsparte unter dem Namen Rolls-Royce Motor Cars und in die Triebwerksherstellung unter Rolls-Royce pic. separiert worden.

Elf Jahre später entschloss sich Vickers, den Automobilhersteller zu verkaufen. Nach einem intensiven Bietergefecht um die Übernahme von Rolls-Royce zwischen BMW und VW wurden die Marken Bentley und Rolls-Royce wieder getrennt. Denn Volkswagen hatte zwar – neben der Marke Bentley - das Unternehmen Rolls-Royce Motors aufgekauft, die Markenrechte für den Namen Rolls-Royce hatten sich aber die Bayerischen Motorenwerke gesichert. So wurde nach einer Einigung der beiden deutschen Automobilhersteller Rolls-Royce Motors von VW zu Bentley Motors umfirmiert, um zumindest die Bentley-Modelle vermarkten zu können. Währenddessen führte BMW eigenständig die Entwicklung der Rolls-Royce Modelle fort.

Seit 2001 ist Bentley wieder im Motorsport vertreten und erzielte unter anderem 2003 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans den ersten und zweiten Platz. Beide Platzierungen wurden vom Sport Team Joest erreicht, das aus Marketinggründen als Bentley Werksteam deklariert wurde. Heute arbeitet Bentley eng mit dem Team M-Sport und dem Dyson Racing Team zusammen und startet mit dem Bentley Continental GT3  sowohl in der europäischen FIA Blancpain Serie, als auch bei der nordamerikanischen Pirelli World Challenge.

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